Die Geschichte Neukirchens
Die Anfänge des Ortes reichen weit ins Mittelalter zurück. Der Sage nach soll Neukirchen früher Mitterdorf geheißen haben und sich in der jetzigen Dürnbachau befunden haben. Der Sage nach hat der Dürnbach den Ort verschütten , worauf man das Dorf weiter östlich, am heutigen Platz, mit neuer Kirche wieder aufbaute und es Neukirchen nannte. Urkundlich wird der Ort erstmals 1074 als "Niwenkirchen" bezeichnet. Aus der prähistorischen und der Römerzeit ist wenig bekannt, obwohl Kupferzeitmenschen, Kelten und Römer durch das Gebiet gezogen sind. Die ständige Besiedelung begann im 8. Jahrhundert durch die Bajuwaren.
Ruine Friedburg - Die Grafenburg Salzburg
Über dem Eingang zum Obersulzbachtal stand die Veste Sulzowe (Sulzau) mit Turm und Wehrmauer, heute Friedburg genannt. Erbaut um 1000, da 1050 Heinrich Graf von Solzowe urkundlich genannt wird. 1661 fiel die Burg einem Brand zum Opfer und wurde nicht mehr aufgebaut. Spärliche Mauerreste sind heute noch auszumachen.
Der Marktbrunnen
Der marmorne Marktbrunnen, dessen Säule das khuenburgische Wappen trägt, wurde 1817 von Johann Graf von Khuenberg und Pfarrer Stadler errichtet. Schon ab ca. 1500 bestand an dieser Stelle ein hölzerner Brunnen, an dem vorwiegend das Vieh des Ortes getränkt wurde.
Wappenerklärung: Der nach rechts gewandte silberne Steinbock auf rotem Grund war das Wappen des Geschlechtes der Neukirchner, das zwischen 1126 und 1547 in Neukirchen nachweisbar ist. Das in den Farben rot, silber und schwarz gehaltene Wappen mit den beiden Formelementen Kugel und Türband gehörte auf den Grafen von Khuenberug an, die von 1558 bis 1849 die Herrschaft in Neukirchen inne hatten.
Das dritte Wappen, das die Gemeinde Neukirchen anlässlich der Markterhebung 1929 von der Salzburger Landesregierung verliehen bekam, vereinigt im Steinbock das Wappen des Geschlechtes der Neukirchner und in der Kugel das Wappen der Khuenburger und stellt in der silbernen Spitze den Großvenediger dar.
Hohenneukirchen
Während auf Sulzau die Macht erlosch, begann sich auf dem Schloss ein neues Geschlecht zu entfalten, das im Jahre 1126 mit Herwich von Nuinchirchin seinen Anfang nahm. Diese "Herren von Neukirchen" bestimmten vier Jahrhunderte lang als Ministerialien des Landesfürsten (= Erzbischof) die Geschichte des Ortes.
Das Schloss überstand die unruhigen Zeiten der Bauernkriege, wurde an die Khuenburger verkauft, die es weitere dreihundert Jahre verwalteten.
1874 erwarb nach mehreren Besitzwechseln die Gemeinde das Gebäude und verwendete es vorerst als Altersheim, später als "Kaiser-Franz-Joseph-Spital", dann nochmals als Altersheim und hat es heute noch als Gemeindearchiv und Kindergarten in ihrem Besitz.
Die Hieburg
Auf der Sonnenseite, gegenüber der Friedburg steht heute noch auf einem weithin sichtbaren Hügel die stattliche Ruine der einstigen Veste Hieburg, die der befestigte Meierhof der Sulzauer Grafen war. Der erste bekannte Besitzer war Walther von Neukirchen um 1290.
1620 brannte dir Burg ab und wurde dem Verfall überlassen. Die heutige Ruine lässt noch gut die gigantischen Ausmaße der Burg und des Wehrturms erkennen.
Die Kirche
Die heutige, dem Heiligen Johannes gewidmete Kirche ist im 14. Jahrhundert erbaut worden. Nachdem schon seit dem 12. Jahrhundert eine kleinere bestanden haben soll. Die Überlieferung berichtet, dass der auffallend massige Turm voher als Wachtrum gedient haben und durch einen unterirdischen Gang mit dem Schloss verbunden gewesen sein soll.
Das Gotteshaus ist im gotischen Stil errichtet und wurde 1781 barockisiert. Ein Kleinod ist die herrliche, aus dem 15. Jahrhundert stammende, gotische Madonna. Die Kirchenfenster sind Tiroler Glasmalerei (1911). Das Geläute besteht aus vier Glocken und wurde 1949 in Innsbruck gegossen. Der Turm ist stolze 42 Meter hoch.








