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Ostereier mit Kräutermotiv

Die Natur als Künstler und Farbgeber in der Osterwerkstatt

Nachdem Frau Holle am Wochenende noch mal kräftig ihre Kissen geschüttelt hat, freuen wir uns umso mehr auf eine bunte Woche voller Leichtigkeit, denn kaum eine Zeit ist so erfüllter mit Bräuchen, wie die Osterzeit.

Diese uralten, gelebten Rituale erinnern uns an unsere Verbundenheit mit der Natur. An Werte, die über Generationen weitergegeben werden und daran, das Hier und Jetzt zu etwas Besonderem zu machen. Sie geben uns Sicherheit und bringen Freude in unser Leben. Wir dürfen uns gerade in dieser Zeit wieder mehr darauf besinnen, wie viel Wertvolles und Einzigartiges wir doch aus so wenig schöpfen können. Habt ihr Lust, uns zu begleiten? Dann freuen wir uns, wenn ihr mit uns einen der vielen Osterbräuche lebt und an eure Kinder weitergebt.

Ostereier natürlich färben – ein wunderbarer Anlass, gemeinsam als Familie kreativ zu sein

Für unser gemeinsames Vorhaben machen wir uns zuerst auf den Weg – raus in die Natur und rauf zu unserem Bauernhaus Kühnreit, wo wir unsere eigenen Eier zum Färben holen. Unsere Hühner waren fleißig und so haben wir genug, um uns am Ostersonntag beim Eierpecken voll austoben zu können.

Auf dem Weg zurück zum Hotel sammeln wir noch verschiedene Kräuter, Gräser und kleine Blüten, die unsere Eier natürlich verzieren. Die restlichen Materialien finden wir schließlich Zuhause. Alles, was ihr zum Eierfärben mit Naturmaterialien braucht, haben wir übersichtlich für euch zusammengefasst:

Ostereier natürlich färben

Materialien zum Färben

  • frische Hühnereier
  • Essig
  • Farbsud aus Zwiebelschalen oder anderen Naturmaterialien
  •  frische Kräuter, Gräser und Blümchen zum Verzieren
  • alte Nylonstrümpfe
  • Schnur zum Verschließen
  • Speiseöl oder Speckschwarte für den Glanz
  • alter Topf für die Herstellung des Farbsud
  • Dosen oder Gläser zum Färben

Bunte Natürlichkeit: Eierfarben aus Naturmaterialien

Auch beim Färben unserer Ostereier verzichten wir bewusst auf belastende Chemiefarben und setzen stattdessen auf die Farben der Natur. Traditionell werden unsere Ostereier mit Zwiebelschalen gefärbt. Doch auch wir experimentieren gerne und probieren Neues aus. Unterschiedlich intensiv gefärbte Eier finden wir besonders schön, deshalb kombinieren wir gerne auch weiße und braune Ostereier beim Färben miteinander.

Für die Herstellung des Farbsuds verwenden wir immer einen alten Topf, denn auch natürliche Farben können Rückstände hinterlassen. Für jede Farbe wird ein eigener Sud angesetzt, worin die Ostereier dann gefärbt werden. Dafür werden die Naturmaterialien so gut wie möglich zerkleinert und zwischen 30 und 60 Minuten in Wasser gekocht.

Ein weißes Blatt Papier kann dabei helfen, die Farbintensität zu bestimmen. Ist die Farbe noch zu hell, sollte man den Farbsud noch etwas länger ziehen lassen. Der fertige Farbsud wird im Anschluss in Dosen oder Gläser gefüllt, worin die Eier dann gefärbt werden.

Tipp: Für ein schönes Ergebnis beim Färben wird das Naturmaterial vor dem Färben abgesiebt. Ihr könnt es aber auch im Sud belassen, dann bekommen die Eier möglicherweise ein Muster.

Natürliche Farbgeber​

  • Gelb: Kurkuma oder Kamillenblüten
  • Orange: braune Zwiebelschalen oder Karotten
  • Rot: Rote Bete, Malventee oder rote Zwiebelschalen
  • Grün: Spinat, Petersilie oder Brennnesseln
  • Blau/Lila: Holundersaft, Heidelbeeren oder Rotkohl
  • Braun: Schwarzer Tee oder Kaffee


Wenn es schnell gehen soll, könnt Ihr auch z. B. Holundersaft, Karottensaft oder Rote-Bete-Saft aus der Flasche zum Färben verwenden.

Ostereier natürlich färben – so wirds gemacht

Zuerst legen wir die Eier für 8–10 Minuten in ein leicht kochendes Wasser. Während die Eier kochen, schneiden wir die Nylonstrümpfe in Rechtecke – ideal ist die doppelte Größe der Eier. Wir nehmen die Eier aus dem Wasser, schrecken sie mit kaltem Wasser ab und tupfen sie trocken. Vor dem Färben werden die Eier noch mit Essig gereinigt − so werden mögliche Verunreinigungen entfernt und die Farbe wird von der Schale besser aufgenommen.

Jetzt kommen die gesammelten Kräuter, Gräser und Blüten ins Spiel. Damit dieses besser auf der Schale haften, benetzen wir sie mit etwas Wasser und platzieren sie auf dem Ei. Mit den Fingerkuppen flach drücken und den Strumpf vorsichtig über die verzierte Seite legen. Die Strumpfenden fassen und vorsichtig zusammendrehen, sodass sich der Strumpf straff über das Ei legt. Zum Verschließen die Schnur fest um die Strumpfenden binden und verknoten – die Schnur kann ruhig etwas länger bleiben, so können die Eier dann wieder leicht aus dem Farbsub genommen werden.

Die vorbereiteten Eier legen wir – wenn möglich noch warm – für mindestens 30 Minuten in die gewünschte Farbe. Je länger die Eier im Farbsud liegen, desto intensiver wird auch die Farbe. Für ein gleichmäßiges Farbergebnis empfehlen wir euch, die Eier hin und wieder mit einem Löffel zu wenden.

Sind die Eier fertig gefärbt, wird der Nylonstrumpf vorsichtig aufgeschnitten und die Kräuter, Gräser und Blüten entfernt. Zum Schluss reiben wir unsere Ostereier noch mit etwas Öl oder einer Speckschwarte ein. So bekommen sie einen schönen Glanz und die Farben kommen im Osternest noch besser zur Geltung.

Wir wünschen euch ganz viel Freude und kreative Stunden mit euren Liebsten.

Wenn ihr möchtet, teilt eure selbst gefärbten Ostereier gerne mit uns auf Facebook oder Instagram.

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