Eine Anleitung aus dem Hotel Gassner
Ostereier natürlich färben mit Kräutern
In unserem Wanderhotel in Neukirchen am Großvenediger gehört das Eierfärben in der Osterwerkstatt zur Frühlingstradition. Bräuche und Rituale wie diese erinnern uns an unsere Verbundenheit mit der Natur, an Werte, die über Generationen weitergegeben werden und daran, den gegenwärtigen Moment zu einem besonderen zu machen. Sie geben uns Sicherheit und bringen Freude in unser Leben. Gerade im Frühling und zur Osterzeit dürfen wir uns wieder mehr darauf besinnen, wie viel Wertvolles und Einzigartiges wir doch aus so wenig schöpfen können.
Dürfen wir dich mit einem unserer liebsten Osterbräuche inspirieren? Wir freuen uns, wenn du ihn übernimmst, mit deinen Freunden teilst oder mit deinen Kindern an die nächste Generation weitergibst.


Ostereier natürlich färben – Zeit, kreativ zu werden.
Raus in die Natur – Eier holen und
Kräuter sammeln
Für unser gemeinsames Vorhaben machen wir uns zuerst auf den Weg – raus in die Natur und rauf zu unserem Bauernhaus Kühnreit, wo wir unsere eigenen Eier zum Färben holen. Unsere Hühner waren fleißig und so haben wir genug, um uns am Ostersonntag beim Eierpecken voll austoben zu können.
Auf dem Weg zurück zum Hotel sammeln wir noch verschiedene Kräuter, Gräser und kleine Blüten, die um diese Jahreszeit schon aus der Erde spitzeln. Damit verzieren wir später die Eier. Die restlichen Materialien zum Eierfärben solltest du ohnehin schon zu Hause haben – hier eine kleine Checkliste für dich, damit du dich besser vorbereiten kannst:

Materialien
für natürlich schöne Ostereier
Alles, was du zum Eierfärben mit Naturmaterialien brauchst, haben wir übersichtlich für dich zusammengefasst:
- frische Hühnereier
- Essig
- Farbsud aus Zwiebelschalen oder anderen Naturmaterialien
- frische Kräuter, Gräser und Blümchen zum Verzieren
- alte Nylonstrümpfe
- Schnur zum Verschließen
- Speiseöl oder Speckschwarte für den Glanz
- alter Topf für die Herstellung des Farbsud
- Dosen oder Gläser zum Färben
Ostereifarben aus Naturmaterialien ansetzen
Es ist ganz einfach, natürliche Farben herzustellen
Beim Färben der Ostereier kann man ganz einfach auf belastende Chemiefarben verzichten und auf die Farben der Natur setzen – so wie es früher selbstverständlich war. Traditionell werden unsere Ostereier mit Zwiebelschalen gefärbt. Doch auch wir experimentieren gerne und probieren Neues aus.
Unterschiedlich intensiv gefärbte Eier sind besonders schön – deshalb kannst du gerne auch weiße und braune Ostereier beim Färben miteinander kombinieren. Für die Herstellung des Farbsuds verwendest du am besten einen alten Topf, denn auch natürliche Farben können Rückstände hinterlassen.


So einfach kannst du Farben selbst herstellen
Die Natur als Farbgeber
Für jede Farbe wird ein eigener Sud angesetzt, worin die Ostereier dann gefärbt werden. Dafür werden die Naturmaterialien so gut wie möglich zerkleinert und zwischen 30 und 60 Minuten in Wasser gekocht. Ein weißes Blatt Papier kann dir dabei helfen, die Farbintensität zu bestimmen. Ist die Farbe noch zu hell, lass den Farbsud einfach noch etwas länger ziehen. Den fertigen Farbsud füllst du im Anschluss in Dosen oder Gläser, worin die Eier dann gefärbt werden.
Tipp: Für ein schönes, ebenmäßiges Ergebnis beim Färben siebst du das Naturmaterial vor dem Färben ab. Belässt du es im Sud, so bekommen deine Eier möglicherweise ein wunderbares Muster. Beides ist schön - entscheide einfach selbst, was dir besser gefällt.


Farben der Natur
Damit kannst du deine Ostereier färben
🟡 Gelb: Kurkuma oder Kamillenblüten
🟠 Orange: braune Zwiebelschalen oder Karotten
🔴 Rot: Rote Bete, Malventee oder rote Zwiebelschalen
🟢 Grün: Spinat, Petersilie oder Brennnesseln
🔵 Blau/Lila: Holundersaft, Heidelbeeren oder Rotkohl
🟤 Braun: Schwarzer Tee oder Kaffee
Wenn es schnell gehen soll, kannst du auch z. B. Holundersaft, Karottensaft oder Rote-Bete-Saft aus der Flasche zum Färben verwenden.
Die Eier vorbereiten und einwickeln
So bekommst du schöne Ostereier
mit Kräutermotiv
Für hartgekochte Eier legst du diese für 8–10 Minuten in leicht kochendes Wasser. Während die Eier kochen, schneidest du die Nylonstrümpfe in Rechtecke – ideal ist die doppelte Größe der Eier. Dann nimmst du die Eier aus dem Wasser, schreckst sie mit kaltem Wasser ab und tupfst sie vorsichtig trocken. Vor dem Färben reinigst du sie noch mit etwas Essig – so werden mögliche Verunreinigungen entfernt und die Farbe wird von der Schale besser aufgenommen.
Jetzt kommen die gesammelten Kräuter, Gräser und Blüten ins Spiel. Damit diese besser auf der Schale haften, benetzt du sie mit etwas Wasser und platzierst sie auf dem Ei. Mit den Fingerkuppen flach andrücken, dann den Strumpf vorsichtig über die verzierte Seite ziehen. Die Strumpfenden fassen, vorsichtig zusammendrehen, sodass sich der Strumpf straff über das Ei legt. Zum Schluss die Schnur fest um die Strumpfenden binden und verknoten. Die Schnur darf ruhig etwas länger bleiben, so kannst du die Eier später leicht wieder aus dem Farbsud heben.


Eierfärben und aufpolieren
Nur noch wenige Handgriffe und fertig sind deine Ostereier
Die vorbereiteten Eier legst du – wenn möglich noch warm – für mindestens 30 Minuten in die gewünschte Farbe. Je länger sie im Farbsud liegen, desto intensiver wird das Ergebnis. Für eine gleichmäßige Färbung wendest du die Eier hin und wieder mit einem Löffel.
Sind die Eier fertig gefärbt, schneidest du den Nylonstrumpf vorsichtig auf und entfernst die Kräuter, Gräser und Blüten. Zum Schluss reibst du deine Ostereier noch mit etwas Öl oder einer Speckschwarte ein – so bekommen sie einen schönen Glanz und die Farben kommen im Osternest noch besser zur Geltung. Wir wünschen dir ganz viel Freude bei der Umsetzung.

Wir wünschen dir und deinen Liebsten ein schönes Osterfest und ein paar entspannte Tage voller Leichtigkeit. Wir verabschieden uns nach Ostern in eine kleine Frühlingspause und freuen uns auf ein Wiedersehen.
Alles Liebe, deine Gastgeber Sonja und Hans-Peter Gassner mit Familie und Seilschaft






